Illegales Glücksspiel: Wettsyndikat Soll Hunderte Millionen Dollar Auf WM-Spiele Gesetzt Haben

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  • 15. September 2015

Von Rafael Buschmann und Michael Wulzinger (Spiegel Online) | 27.07.2014 – 08:07 Uhr

FBI-Agenten haben Mitglieder eines asiatischen Zocker-Syndikats in Las Vegas festgenommen. Sie sollen nach Informationen des SPIEGEL rund 350 Millionen Dollar auf WM-Spiele gesetzt haben.

Agenten der US-amerikanischen Bundespolizei FBI haben nach einer Razzia am 9. Juli in Las Vegas acht Asiaten festgenommen, die rund 350 Millionen Dollar auf Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien gewettet haben sollen. Den Beschuldigten wird unter anderem illegales Glücksspiel vorgeworfen.
So steht es in einem Ermittlungsbericht des zuständigen Untersuchungsgerichtes in Las Vegas, der dem SPIEGEL vorliegt. Demnach sollen die Zocker drei Villen angemietet haben, die zum Nobelhotel Caesars Palace gehören. Von dort aus sollen sie mit aufwendigem technischem Equipment ihre Millionen-Einsätze bei asiatischen Anbietern platziert haben, vornehmlich bei zwei Wettbüros in der philippinischen Hauptstadt Manila.
Weil die Seiten dieser Wettfirmen im US-Bundesstaat Nevada nicht zugelassen sind, sollen die Zocker nach Erkenntnissen der Ermittler spezielle Programme benutzt haben, mit denen sie von Las Vegas aus Zugriff auf Computer hatten, die laut den Ermittlern auf den Philippinen stationiert sind.

In den Akten gibt es keinen Hinweis darauf, dass WM-Spiele manipuliert waren, auf die das Syndikat setzte. Demnach waren für die Zocker vor allem Live-Wetten von Interesse. Aus dem Ermittlungsbericht geht auch hervor, dass die acht verhafteten Asiaten im Casino des Hotels Caesars Palace exklusiv einen Spielsalon angemietet hatten.

Von Anfang Mai bis Ende Juni gingen auf ihren eigens dafür eingerichteten Casino-Konten knapp 21 Millionen Dollar ein. Das Geld kam von Bankkonten der acht Wettpaten in China. Die FBI-Ermittler sind überzeugt, dass es sich dabei um “Schwarzgeld aus illegalen Wettgeschäften handelt, das gewaschen werden soll”.